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Für Sabine Lisicki wird ein Tennis-Märchen wahr

Stuttgart. Auch wenn sich der Traum vom Wimbledon-Finale für Sabine Lisicki noch nicht erfüllt hat: Die 21-jährige Berlinerin, die beim Porsche Tennis Grand Prix im April nach langer Verletzungspause ein tolles Comeback gefeiert hatte, ist mit ihrem starken Auftritt beim wichtigsten Grand-Slam-Turnier des Jahres in der absoluten Weltspitze angekommen. „Wer es ins Halbfinale von Wimbledon schafft“, sagt Markus Günthardt, Turnierdirektor des Porsche Tennis Grand Prix, „der ist reif für die ganz großen Siege.“

Das Tennis-Sommermärchen mit Sabine Lisicki in der Hauptrolle begann kurz vor Ostern. Von den Organisatoren des Porsche Tennis Grand Prix erhielt sie eine Wildcard für das Traditionsturnier in der Stuttgarter Porsche-Arena, bei dem sie zwei Jahre zuvor der absolute Publikumsliebling war. „Sie hat eine schlimme Zeit hinter sich“, sagte Anke Huber, die Sportliche Leiterin. „Wir sind aber überzeugt, dass sie diesen Rückschlag überwinden wird und an einem guten Tag in der Lage ist, auch eine Top-Spielerin zu schlagen. Diese Chance wollen wir ihr geben.“

Sabine Lisicki war damals die Nummer 218 der Welt. Und sie hat diese Chance genutzt. Erst im Viertelfinale musste sie sich ihrer Fedcup-Teamkollegin Julia Görges geschlagen geben, der späteren Turniersiegerin. Trotzdem setzte sie, nachdem die erste Enttäuschung verflogen war, bei der Pressekonferenz nach der Niederlage ihr strahlendes Lächeln auf, mit dem sie rund um den Globus die Herzen der Tennisfans erobert. „Ich bin schon ein wenig stolz auf mich, bei so einem großen Turnier so weit gekommen zu sein“, sagte sie. „Ich habe alles gegeben. Langsam fühle ich, wie das Selbstvertrauen wieder zurückkommt. Ich habe hier in Stuttgart sicher einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht.“

Das war aber nur der Anfang. In Birmingham gewann sie den zweiten WTA-Titel ihrer Karriere nach Charleston 2009. Und erhielt eine Wildcard für Wimbledon. Auch im Tennis-Mekka im Londoner Vorort rechtfertigte sie das ihr entgegengebrachte Vertrauen: In der zweiten Runde besiegte sie, wie schon in Stuttgart, die French-Open-Siegerin Li Na. Im Viertelfinale bewies sie vor 15.000 begeisterten Zuschauern auf dem Centre-Court beim Dreisatz-Erfolg gegen die starke Französin Marion Bartoli, die zuvor immerhin die ehemalige Weltranglistenerste Serena Williams aus dem Turnier geworfen hatte, trotz vergebener Matchbälle erneut Nervenstärke und Kampfgeist. Als erste Deutsche seit Steffi Graf 1999 zog sie ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. Ihr Tennis-Märchen hat allerdings kein Happy End – Superstar Maria Sharapova war (noch) eine Nummer zu groß für sie.

Die Aufsteigerin des Jahres macht auch Markus Günthardt viel Freude. Überrascht ist er von ihrem sensationellen Wimbledon-Auftritt allerdings nicht. „So wie sie bei unserem Turnier gespielt hat, wie sie auf Sand gegen Li Na gewonnen hat, da war mir klar, dass es für sie schnell wieder aufwärts gehen wird“, sagt er. „Spielerisch ist sie auf jeden Fall schon wieder so stark wie vor ihren Verletzungsproblemen. Und ihr Weg nach oben ist noch lange nicht zu Ende.“

Auf der am kommenden Montag veröffentlichten neuen Weltrangliste wird Sabine Lisicki als Nummer 27 geführt werden.


Hinweis: Bildmaterial vom Porsche Tennis Grand Prix steht akkreditierten Journalisten auf der Porsche-Pressedatenbank unter der Internet-Adresse https://presse.porsche.de zur Verfügung.

30.06.2011

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