Porsche Tennis Grand Prix - Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Pressemitteilungen

„Zwei Deutsche können es in die Top Ten schaffen“

Stuttgart. Für Markus Günthardt gehören Sabine Lisicki und Andrea Petkovic zu den Gewinnern des Tennis-Jahres 2009. „Sie haben stark gespielt und sind auf einem guten Weg“, sagt der Turnierdirektor des Porsche-Tennis-Grand-Prix in unserem Interview. Da sich auch Julia Görges in dieser Saison stark verbessert zeigte, sieht er die Entwicklung des deutschen Damentennis sehr positiv: „Ich denke schon, dass es eine oder zwei deutsche Spielerinnen in den nächsten Jahren auf Top-Ten-Niveau schaffen können.“

Herr Günthardt, Sie waren bei den Sony Ericsson Championships in Doha. Welchen Eindruck hatten Sie, wo steht das Damentennis Ende 2009?

„Das Niveau der Spiele war sehr hoch. Ich denke da vor allem an Venus Williams, an ihre Matches gegen Elena Dementieva und gegen ihre Schwester Serena. Im Finale waren Venus und Serena schon etwas ausgepowert, aber sie spielten ja schon in der Vorrunde gegeneinander, und da haben sie sensationelles Tennis gezeigt. Insgesamt denke ich, dass die Leistungsdichte an der Spitze größer geworden ist. Die Zeiten, als eine oder zwei Spielerinnen dominierten, sind glücklicherweise vorbei.“

Wer ist für Sie die Aufsteigerin des Jahres?

„Vom Ranking her ist das ganz klar Caroline Wozniacki. Sie hat sich mit konstant guten Leistungen in die Top Ten gespielt, ist jetzt sogar die Nummer 4 der Welt. Ich hoffe, dass sie sich auch im nächsten Jahr in der Weltspitze behaupten kann. Von ihrer Erscheinung und von ihrem Spiel her ist sie ein Gewinn für das Damentennis, außerdem ist es positiv, dass es mit der Dänin mal wieder eine Westeuropäerin so weit nach vorne geschafft hat. Auch Victoria Azarenka ist eine Spielerin, von der man noch viel erwarten darf. Sie spielt gut und hat den nötigen Biss.“

Können diese Spielerinnen schon 2010 für eine Wachablösung an der Spitze der Weltrangliste sorgen?

„Ich traue ihnen das durchaus zu, aber einfach wird das nicht werden. Da ist ja auch noch eine Kim Clijsters, die in diesem Jahr ein fulminantes Comeback hingelegt hat. Die Frage wird sein, ob sie das weiter so durchziehen kann. Außerdem dürfen wir gespannt sein, wie das Comeback von Justine Henin aussehen wird. Auch Maria Sharapova und Ana Ivanovic sind Spielerinnen, die vom Potenzial her in die Top Ten gehören. Wer es von ihnen letztlich schafft, kann ich nicht sagen, aber eines ist sicher: Wir können uns auf eine interessante Saison freuen.“

Wo sehen Sie die deutschen Spielerinnen?

„Auch da ist die Leistungsdichte unter den Topspielerinnen größer geworden. Andrea Petkovic und Julia Görges habe ich in Istanbul gesehen, da spielten sie sehr gutes Tennis. Vor allem Andrea ist auf einem erfolgreichen Weg. Sie kann es weiter nach vorne schaffen – wie weit, kann ich nicht sagen, aber sie ist seriös, spielt gut und ist auch körperlich in Bestform. Warum sollte sie nicht in die Top Ten kommen? Ob sie das schon im nächsten Jahr schafft oder erst im übernächsten, wird man sehen.“

Und Sabine Lisicki?

In Wimbledon, wo ich sie zuletzt gesehen habe, hat sie einen hervorragenden Eindruck gemacht. Danach hatte sie Verletzungsprobleme, doch dann stand sie in Luxemburg wieder in einem Finale. Deshalb denke ich, dass auch ihr Weg weiter nach oben gehen wird. Vielleicht nicht ganz so schnell, wie man das Anfang des Jahres noch gehofft hat, aber das muss kein Nachteil sein. Ich denke schon, dass es eine oder zwei deutsche Spielerinnen in den nächsten Jahren auf Top-Ten-Niveau schaffen können.“

Die Besucher des Porsche-Tennis-Grand-Prix würden sich freuen. Wie ist der Stand der Vorbereitungen auf das Turnier 2010?

„Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir grundsätzlich nicht viel ändern müssen. Wir wollen, wenn das machbar ist, unseren Publikumsbereich in der Schleyerhalle durch bauliche Maßnahmen noch attraktiver für unsere Besucher gestalten. Außerdem überlegen wir, ob wir wegen des Fed Cups die offizielle Eröffnungsfeier vom Sonntag auf den Montag verlegen. Dazu haben wir natürlich noch jede Menge guter Ideen, für deren Umsetzung wir jetzt die richtigen Partner suchen.“

Und die Spielerinnen?

„Wir gehen davon aus, dass wir auch diesmal wieder sechs bis acht Spielerinnen aus den Top Ten haben werden. Und wir sind zuversichtlich, dass eine dieser Spielerinnen Serena Williams sein wird.“

17.11.2009