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Stuttgart.. Das Herzstück des Porsche Tennis Grand Prix bringt der Bagger: 60 Tonnen Ziegelsplitt müssen in der Porsche-Arena gleichmäßig verteilt werden, damit die besten Tennisspielerinnen der Welt festen Boden unter den Füßen haben. Seit An-fang April herrscht 14 Tage lang der Ausnahmezustand im Stuttgarter NeckarPark, denn der Ziegelsplitt für die Sandplätze ist zwar ein großer Brocken, aber nicht alles, was eine ganze Armada von Lastwagen anliefert. Die lange Liste reicht von Kabeln und Scheinwerfern über Konzertflügel und Sportwagen bis hin zur XXL-Leinwand und einem kompletten Restaurant.

„Die große Kunst ist es, alle Bereiche aufeinander abzustimmen“, sagt Vjeko Curic, der im Organisationsteam des Porsche Tennis Grand Prix die Bereiche Sales und Operations und somit einen Großteil des Umbaus verantwortet. Die Zeit drängt. Zwei Wochen sind nicht viel, um zwei große Hallen, in denen sonst Nickelback den Putz von den Wänden rockt oder Helene Fischer junge Männer auf dumme Gedanken bringt, in einen Tennistempel zu verwandeln. Rund 50 Unternehmen sind daran be-teiligt.

Eines davon ist die CONICA AG aus Schaffhausen. Die Schweizer haben den Sand-platz entwickelt und in den letzten Jahren immer weiter optimiert. Nur 2,5 Zentimeter dick ist die Basisschicht aus Ziegelsplitt, die von einer Spezialmaschine ausgelegt wird wie ein riesiger Pizzateig, komplett eben und extrem widerstandsfähig. In einem letzten Arbeitsschritt wird der Platz mit Ziegelmehl abgestreut und ist schon nach 24 Stunden bespielbar. Drei Plätze werden so Jahr für Jahr für den Porsche Tennis Grand Prix gebaut, das einzige Hallen-Sandplatzturnier der gesamten WTA Tour und für die Profis die optimale Vorbereitung auf die French Open, den Grand-Slam-Klassiker in Paris.

Um Besucher und Spielerinnen richtig in Stimmung zu bringen, braucht es vor allem drei Dinge: Technik, Technik, Technik. Das Prunkstück der Tennisshow in der Por-sche-Arena ist die LED-Leinwand, ein 21 mal 6,6 Meter großes und fünf Tonnen schweres Monster. Es wird von einem riesigen Mischpult gesteuert und bringt auf Knopfdruck Stimmung in die Halle. Mehr als 100 zusätzliche Scheinwerfer über dem Centre-Court sorgen für eine Lightshow, die jeden Discobesitzer vor Neid erblassen lässt. Den reibungslosen Energie- und Datentransfer garantieren über drei Kilometer Kabel.

Im VIP-Bereich werden täglich rund 700 Gäste verwöhnt

Wenn der Countdown für die Tenniswoche voller Höhepunkte läuft, geht es in den Hallen zu wie in einem Termitenhügel nach einem Blitzeinschlag. Während Experten die insgesamt 20 Tonnen schwere Technik verbinden und anschließen, wird im Foyer der Porsche-Arena gehämmert, geklebt, aufgestellt und aufgebaut. Hier entsteht die VIP-Lounge – ein Restaurant mit einem Buffet, an dem sich die Köche der Porsche-Gastronomie bei der Arbeit zusehen lassen und täglich rund 700 Gäste mit Spezialitäten aus aller Welt verwöhnen. Auf den Tisch kommen in dieser Woche, täg-lich frisch angeliefert, unter anderem 10.000 Sushi, 2.800 Austern, 1.250 Kilogramm Fleisch, 1.850 Kilogramm Spargel und 550 Kilogramm Erdbeeren.

In der Schleyer-Halle wachsen derweil für das Sport- und Lifestyle-Village Messe-stände für die etwa 20 Aussteller rund um den frisch gebauten Trainingscourt. Unter der Tribüne wird ein Besucherrestaurant gebaut, von dem aus man den Stars bei der Trainingsarbeit zusehen kann. Um den engen Zeitplan einhalten zu können, muss ein Rad ins andere greifen. Zusätzlich werden 10.000 Quadratmeter Teppichboden verlegt, rund 40 Porsche-Fahrzeuge und Museumsschmuckstücke in Position ge-bracht und 250 Schilder zur besseren Orientierung für die Besucher aufgestellt. Vjeko Curic und sein Team haben alles im Auge und notieren bereits mögliche Ver-besserungen für das kommende Jahr. Schließlich, so Vjeko Curic, will Porsche „die besondere Qualität der Marke auch beim Porsche Tennis Grand Prix in den Fokus rücken.“

Das Beste kommt auch in diesem Fall zum Schluss: Die Tennisstars reisen am 19. und 20. April mit dem Flugzeug an und legen die letzten Kilometer im Porsche mit Chauffeur zurück. Wenn sie vor der Porsche-Arena ankommen, sind die Bagger weg.

18.04.2015

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